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Schleiergeschichten

Verhüllen und Enthüllen. Die Impulse, die von den großformatigen Fotoarbeiten der Künstlerin Sarah Westphal ausgehen, akzentuieren die Kunstwerke der Mittelalter-Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums auf besondere Art und Weise. Nicht nur die Nahaufnahme von Stoffen und Faltungen hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Auch das subtile Spiel zwischen Abdecken und Sichtbarmachen ist faszinierend. Die auf den Fotos als Stillleben inszenierten Objekte regen die Sinne an.

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Karin Rottmann war mit einer Gruppe Frauen des muslimischen Bildungswerkes in der Ausstellung unterwegs. Für die Teilnehmerinnen war es eine spannende Erfahrung, sich mit dem Thema “Schleier” intensiver auseinanderzusetzen. Und so entstanden eine ganze Reihe persönlicher Texte dazu. Das Parallelgedicht “Avenidas”, welches der großartige Dichter Eugen Gomringer verfasst hat, wurde im kreativen Schreibprozess zu einer Blaupause, die jede der Frauen mit ihren eigenen Erfahrungen zum Thema “Verhüllen” anfüllen konnte.

Braut
Braut und Schleier
Schleier
Schleier und Schönheit

Braut
Braut und Schönheit
Braut und Schleier und Schönheit und
ein Bräutigam

in Türkisch:

gelin
gelin ve duvak
duvak
duvak ve güzellik

gelin
gelin ve güzellik
gelin ve duvak ve güzellik ve
bir damat

Auch ein berührendes Elfchen-Gedicht entstand bei dem Besuch der Mittelalter-Abteilung:

Tod
kalt Sarg
unter der Erde
es wird nicht bleiben
Sonne

Zum Abschluss kam das Museumsgraffiti wieder zum Einsatz – hier als interessante Variante zu den bekannten Feedbackmethoden. Ein Wort für die Erfahrungen, die die Teilnehmerinnen während des gemeinsamen Besuchs im Museum gemacht hatten, sollte mittels textiler Schnüre auf den Boden gelegt werden. Da verdichten sich die Gedanken, die beim Betrachten der Bilder angeregt wurden zu einer einzigen pointierten Aussage – in deutsch und in arabisch.

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Kölsche Tapa und aufregende Schmuckkreationen im Programmbereich „offene Ganztagsschulen“

Karin Rottmann

Dank der Förderung durch die Sal. Oppenheim-Stiftung kann der Museumsdienst kostenfreie Ferienprogramme für offene Ganztagsschulen anbieten. Über das geförderte Programm sollen vor allen Dingen Kinder angesprochen werden, die wenige Möglichkeiten haben, Museen kennenzulernen. Deshalb hat sich der Museumsdienst Köln an das Schulamt gewendet, um das Kontingent von Workshops adäquat verteilen zu können. Um das Programm bekannt zu machen, fand zunächst in den Seminarräumen des  Schulamtes eine erste Fortbildungsveranstaltung zum Programm statt. Natürlich stehen das Jahresthema “Museum Textil” und die Tagung für die angebotenen Konzepte Pate.

„Kölsche Tapa“ ist eines der Programme, die die eingeladenen Pädagoginnen im Schulamt kennenlernten. Das Thema bezieht sich auf die im Rautenstrauch-Joest-Museum Kulturen der Welt vom 12.10.13 – 27.04.14 gezeigten Ausstellung: “Made in Oceania –  Tapa-Kunst und Lebenswelten“. Ausgangsidee zum Ferienworkshop sind die abstrahierten, manchmal aus der Natur entlehnten Muster auf den aus Baumrinde hergestellten Stoffen aus Oceanien. Man kann dort zum Beispiel Vogelmotive entdecken, Wellenmuster, Fische, aber auch geometrische Elemente und interessante Ordnungssysteme, wie Reihungen, Parallelen und  Symmetrie. Die Musterwelt der Südsee  als Idee eines Zeichensystems soll nun auf eine Kölner Situation übertragen werden: es sollen „kölsche Tapa“ entstehen.

Wir suchten zunächst bekannte Motive aus Köln, die Domspitzen, die Kranhäuser vom Rheinauhafen, die Wellen des Rheins, die Brücken, die Stadtsilhouette, der Fußball, die Tränen der Jungfrauen aus dem Stadtwappen, die Narrenkappe, die Heinzelmännchen, die Kronen der Heiligen 3 Könige…. Die Ideen waren dann schnell als Musterrapport auf Papier gesetzt und es gab direkt Interessenten für die Buchung!!! Ein Feedback gab es bereits. Die Kinder aus bestimmten Stadtteilen kennen ihren Heimatort gar nicht, so seien viele noch nie im Kölner Dom gewesen und würden all die vielen „Kölnmotive“ gar nicht kennen. Wir werden nicht so streng sein, denn es ist natürlich auch möglich, ein ganz persönliches „Tapa-Muster“ zum eigenen Lebensraum, z.B. der Schule  zu entwickeln.

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„Aufregende Schmuckkreationen“ heißt ein 2. Programm, das der Museumsdienst Köln für das oGTS-Herbstferienprogramm im Angebot hat.  Die Ausstellung „Boys get skulls, girls get butterflies“ die vom 21.September bis 15.Dezember 2013 im Museum für Angewandte Kunst gezeigt wird,  geht der Frage nach der Objektsprache von Schmuck nach. Spektakuläre Stücke des international renommierten Goldschmiedekünstlers Georg Hornemann werden mit Schmuckkunst aus der eigenen Sammlung konfrontiert. In den Workshops entwerfen die Kinder mit den dazu zur Verfügung gestellten Materialien, wie Aluminiumfolie, Draht, Holzringen und vielen verschiedenen Dekorationselementen eigene Schmuckobjekte. Da die Fortbildung nur von Pädagoginnen besucht wurde, war es nicht verwunderlich, dass das Angebot bereits noch am selben Tag der Fortbildung ausgebucht war.

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Workshop-Appetizer 1

Wir beginnen heute eine Serie von kleinen Impulsen, die auf die partizipativen Elemente der Tagung hinweisen sollen. Sie sollen Appetit machen auf die Begegnungen der besonderen Art und wir freuen uns sehr über Kommentare dazu.

Den Anfang macht Karin Rottmann mit Modesprücheklopfer: Pink Python …

Titel und Slogans aus Modemagazinen sind wahre Fundgruben für unbeschreibliche Worterfindungen. Im Kontext mit Methoden rund um das kreative Schreiben in Museen haben wir angefangen, Schlagzeilen und sonstige Wortfindungen zum Modethema zu sammeln. Ein paar Kostproben sind auf den Abbildungen zu lesen. Wir möchten Sie nun auf einen Workshop neugierig machen, mit dem wir das Rahmenprogramm der Tagung gestalten werden. Unsere Mitarbeiterin Gudrun Grauenson hat sich der Aufgabe angenommen und im Kontext mit unseren Museen Text-Bild-Bezüge entwickelt. Texte finden sich ja immer wieder auf Objekten der Kunst und angewandten Kunst. So erinnern wir an die zeitgenössischen Arbeiten von Cosima von Bonin, die auf Stoffe Texte nähen lässt. Viele Künsterinnen und Künstler aus der modernen und zeitgenössischen Kunst haben eine ganze Reihe von Strategien entwickelt, mit Sprache und Text zu arbeiten. Auch in der angewandten Kunst und auf alltäglichen Dingen finden sich immer wieder Wörter. T-Shirts mit Aufdrucken werden gar zum Sammlerobjekt, die zum Teil mit witzigen Wortschöpfungen zum Schmunzeln Anlass bieten. In der Stadtgeschichte gibt es im Zusammenhang mit Textilien wunderbare Kuriositäten. Und auch in fremden Kulturen gibt es erstaunliche Fundstücke zum Thema

Natürlich werden wir jetzt nicht verraten, durch welche witzige Aufgabenstellung die Sprüche im Workshop zur Tagung ironisiert werden sollen.

Haben Sie Lust, unser Modesprüche-Scout zu werden und uns umwerfende Wörter, Slogans und Überschriften aus Modemagazinen für den Workshop zu schicken?

Für die, die es bis dahin nicht aushalten, mit den Wörtern und Minitexten (im Museum) zu arbeiten, sei eine kleine Aufgabe gestellt: Wo finden sich „pinke Pythons“ – im Museum, in der Architektur, im Badezimmer, im urbanen Kontext, in Landschaften, auf dem Weg zur Arbeit…?

Natürlich können Sie jeden Tag mit eigenen „Sprüche-Fundstücken“ auf die Suche nach Visualisierungen gehen!

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