Structures of the World – Finale

Von Walter Bruno Brix

Das Projekt “structure of the world” geht gut voran. Am Mittwoch habe ich die Damen besucht und es herrschte gute Stimmung, alle waren fleißig. Da wurde an mit verschiedenen Techniken und unterschiedlichen Materialien gearbeitet. Ein Puppe, die ein stilisiertes Selbstportrait wird, bekommt ein Mütze.Sie hat echte Haare und einen Pony. Aus dem Metall von Getränkedosen wird ein Stein genäht. Aus gefärbten Filz entsteht ein Bund Spargel. Ein Globus aus Pappe wird mit Blüten, Federn und Schmetterlingen verziert. Aus schwarzem Stoff entsteht eine Schere, aus Schnittmusterbögen ein Schiff. Ein modellierter Schädel wird mit Gaze überzogen. Eine Schädelmaske entsteht aus weißem Filz, aus schwarzem ein eleganter Hut. Auf der Nähmaschnie wird ein Flügel genäht und eine durchswichtige Laterne. Blumenstoff werden zu einem Vogelnest mit Eiern. Blätter, Zweige und Satin bilden eine Schaukel. Aus schwarzem Plastik wird ein Stößel (für einen Mörser) genäht.


Bei der Präsentation wird man sehen können, welche Gemälde aus der Sammlung des Museums Wallraf-Richartz/Foundation Corboud die Inspiration waren. Sehr spannend zu sehen, was auf Gemälden alles zu entdecken ist. Ebenso, wie die Entscheidung, was davon man dann ausführt. Die entstehenden Objekte sind keine eins zu eins Kopien der Dinge auf den Bildern, sie stehen für eine Vorstellung, die man sich macht, wenn man das Gemälde betrachtet.

 

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Structures of the World – Update

Von Walter B. Brix

Das Projekt des Humbold Berufskollegs schreitet voran.

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Drei Schädel sind im Entstehen, einer aus Filz, einer aus Seidenorganza und einer aus Modeliermasse. Auf den Fotos hier sieht man den aus Filz, der an eine Maske erinnert und als solche getragen werden kann. Eine erstaunliche Verwandlung. Mich erinnert es an die silberne Maske eines bestimmten deutschen Rappers. Allerdings hat der weiße Filz eine ganz andere Anmutung, das Material ist weich und schmiegsam, deutlich man sieht die Nähte.

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Ein Globus wird aus Pappe genäht, der später mit den Ländern der Welt ausgestattet werden soll. Aus welchem Material ist noch die Frage. Im Raum stehen applizierter Stoff, aufgeklebte Gewürze aus den Ländern und andere Ideen. Eine Schaukel aus Ästen und Blättern, nach dem Bild einer Schaukel im Wald. Also hier wird der Wald zur Schaukel. Das Modell eines Hutes, ebenfalls aus Filz, allerdings aus braunem. Hier nimmt die Krempe gerade Form an.

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Auf einem Bild sieht man eine Laterne von oben in einen Raum hängen. Ein Model der Laterne aus Papier gibt es schon. Nun wird aus verschiedenen Stoffen eine größere Laterne genäht.

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Der Schädel aus Modelliermasse ist noch klein, es ist der erste Versuch, der aber schon ganz ordentlich ist. Vieles was entsteht, führt auf einen Weg und zu neuen Erkenntnissen. Die Vorzeichnung ist schon sehr gelungen.
Die Herzen werden von einem Stab hängen und verschiedene Charaktere darstellen. Dazu sind sie aus unterschiedlichen Stoffen gearbeitet und mit Knöpfen, Pailletten, Spitze und Ähnlichem verziert.

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Besonders witzig ist die Schere aus Stoff. Sie ist sehr aufwendig, weil sie in Original-Größe gearbeitet wird, also winzige Naht-Teile enthält und ein sehr genaues Arbeiten erfordert. Für die Griffe gibt es eine erstaunliche Lösung.

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Das Boot soll überzogen und mit einem Segel aus Landkarten ausgestattet werden. Also das Reisen direkt als Teil des Boots.

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Structures of the World

Das Künstlerprojekt mit Walter Bruno Brix hat die nächste Phase der Umsetzung erreicht. Nach mehreren Treffen im Atelier des Künstlers und im Wallraf-Richartz-Museum ist die inhaltliche Ausrichtung nun klar. Unter dem Projekttitel “Structures of the World” werden ganz spezielle textile Objekte entstehen.

Walter Bruno Brix hat den Ansatz, der hinter diesem Projekt steht, wie folgt beschrieben:

In dem Projekt geht es einerseits um die Auseinandersetzung damit, was wähle ich aus, welcher Gegenstand bedeutet etwas für mich. Also eine bewusste Wahrnehmung meines Selbst und seiner Positionierung in der Gesellschaft. Da die Teilnehmerinnen den Gegenstand später präsentieren sollen, ist auch die Auswahl des Gegenstandes ein wichtiger Punkt und wird besprochen.

Das Projekt dreht sich um eine individuelle Auswahl von Objekten, mit denen sich junge Frauen präsentieren. Objekte, die sie ausgewählt haben, sich selbst zu repräsentieren. Objekte, die aus Gemälden in einem Museum stammen, also Dinge, die schon mehr als eine Lage der Bedeutung besitzen. Diese Schichten von Bedeutung sind ein wichtiges Mittel in unserer Gesellschaft, um uns gegeneinander abzugrenzen, aber auch um Gemeinschaft zu bilden. Wir tun dies, in dem wir einerseits das Wissen um die Schichten mit anderen teilen, oder diesen die Informationen vorenthalten. Kleidung ist ein Code, mit dem wir nichtsprachlich miteinander kommunizieren. Die Komplexität dieses Codes auf einer anderen Ebene und mit anderen, nämlich künstlerischen Mitteln sichtbar zu machen, ist Ziel dieses Projekts. 

Mörser

Der ausgewählte Gegenstand soll möglichst naturgetreu oder auf ungewöhnliche Weise stilisiert in dreidimensionaler Form erstellt werden. Und zwar mit dem Möglichkeiten der Schneiderei. Dazu gehört als erstes die Ingenieursleistung einen Schnitt zu erstellen, also die entsprechend geformten Teile, aus denen der Gegenstand zusammen genäht werden kann. Dies erfordert ein gutes Vorstellungsvermögen, aber auch das Wissen darum, wie eine dreidimensionale Form zerlegt werden muss, um möglichst sie überzeugend wiederzugeben. Die Auswahl der verwendeten Materialien ist einerseits von persönlichen Vorlieben, aber auch von dem ausgewählten Objekt abhängig. Einerseits kann möglichst nahe an der realen Vorlage gearbeitet werden, aber auch Verfremdungseffekte sind ein interessante Möglichkeit, das Objekt mit einem Ausdruck zu versehen. Für die geplante Präsentation hier noch ein Vorschlag: Jede der Teilnehmerinnen hält den von ihr erstellten Gegenstand und zeigt ihn vor einem Fotos/Lichtbild des Gemäldes, aus dem der Gegenstand stammt. Vielleicht ist es sinnvoll, wenn die Teilnehmerinnen dabei möglichst einfarbig gekleidet sind, um den Kontrast zu erhöhen und die Wahrnehmung des erstellten Gegenstandes zu erleichtern.

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Nun hat die Phase der Umsetzung begonnen. Die Schülerinnen haben begonnen, zu den ausgewählten Objekten zu zeichnen und auch schon erste Modelle gebaut. Karin Rottmann war ganz begeistert, als sie gesehen hat, welche Fortschritte das Projekt macht. Ein Motiv hat ihr besonders gut gefallen: das Boot aus dem Gemälde von Gustav Caillebotte. Wir dürfen gespannt sein, welche Wirkung die fertigen textilen Objekte dann haben.

 

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Künstlerprojekt mit Walter Bruno Brix

Ein Bericht von Karin Rottmann

Nun starten bald die letzten Projekte, die zur Tagung präsentiert werden sollen. Mitte September trafen sich Petra Backhaus, Kollegin aus unserer Partnerschule Kollegschule Humboldstraße, mit ihrer Ausbildungsklasse für Bekleidungstechnische Assistentinnen und Walter Bruno Brix in seinem Atelier und setzten sich mit einer Reihe seiner Arbeiten auseinander. Der Textilkünstler und Japanspezialist erzählte den Schülerinnen etwas über die unterschiedlichen Traditionen der Herstellung von Kleidung. Das Schneiderhandwerk europäischer Tradition setzt sich dreidimensional mit Kleidung auseinander und die japanische – wie beim Kimono – zweidimensional. Die Schülerinnen waren begeistert von den vielen Projekten, die vor Ort im Atelier aus Koffern, Kisten und Schränken hervorgezaubert wurden: die „Herzen großer Frauen“ –  z.B. das der Madame Curie, die Taschentücher für die Tränen um die Heilige Ursula, die Jacken mit den Wortcollagen zum ‘Kapital’ und vieles mehr.

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“So, und was wollen wir im gemeinsamen Projekt für eines der Intermezzi zwischen den Vorträgen zur Tagung  umsetzen?”, war die Frage, die Walter Bruno Brix vor dem Besuch im Wallraf-Richartz-Museum mit der Klasse diskutierte. Es soll etwas mit dem Fachunterricht „Textiltechnik“ zu tun haben. Denn dort werden Schnittmuster entwickelt und umgesetzt.  „Es würde naheliegen, Kleider aus Bildern nachzuschneidern“, war die erste Idee der Schülerinnen.  “Oh, das könnt ihr doch mit eurer Fachkompetenz ohne mich”, provozierte der Künstler die jungen Frauen.  “Wie wäre es,  Gegenstände aus Bildern zu wählen, die euch interessieren, die etwas mit eurer Gedankenwelt zu tun haben, mit euch als Frauen? Und diesen Gegenstand würdet ihr dann als textiles Objekt umsetzen?”, schlug Walter Bruno Brix vor.
“So wie es Meret Oppenheim mit der Felltasse gemacht hat?”, fragte eine Teilnehmerin. Das fanden alle sehr interessant.

Eine Woche später trafen sich dann alle im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud und gingen mit Fotoapparat, Block und Zeichenstift auf die Suche nach Objekten in Bildern. Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass es eine wunderbare Motivation ist, unter bestimmten Fragestellungen Museumssammlungen zu besuchen. Dinge, die man ohne „Suchauftrag“ nie in Bildern wahrnehmen würde, springen einen an: die Lilie in einer Vase auf einem frühen Gemälde des Mittelalters, der Schild mit Teufelsfratze in der Hand eines Dämons, Kronen, Kelche, Spielkarten, geschälte Zitronen, Käfer und vieles mehr. Die Ausbeute der jungen Frauen für ihre persönliche Auswahl war erstaunlich! Für Meike sind es die Flügel der Engel und Dämonen und die Faszination der Dualität von Gut und Böse, die sie anzieht. Vanitasmotive als Anspielungen auf die Vergänglichkeit, wie die vielen Schädel auf den Bildern des Mittelalters, interessierten eine Reihe von Schülerinnen. Aber auch die Idee von Ordnung, die ein Bündel Spargel repräsentiert, wurde als Idee von Vanessa geäußert. In der abschließenden Gesprächsrunde ging es um die Arbeitstechniken, denn die Objekte werden technisch zum Teil eine große Herausforderung sein. Wir sind nun gespannt, was die Schülerinnen mit Petra Backhaus und Walter Brix zur Tagung auf der Bühne präsentieren werden.

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