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Kind, wie siehst du nur aus?

Foto von Diana Weis: Simone Gilges

Wer kennt den Satz aus der Überschrift nicht?! Auch wenn man nicht der Punkszene oder einer sonstigen Subkultur anghörte, so war es doch immer schon der “Job” von jungen Heranwachsenden, sich über das Äußere von den Eltern abzusetzen. Diana Weis, studierte Theaterwissenschaftlerin und Dozentin der Modesoziologie aus Berlin, beschäftigt sich wissenschaftlich mit Mode, Schönheitsnormen, Körperbildern und Körpergestaltung als Zeitgeistphänomene. Sie schreibt für für diverse Zeitungen und Magazine und unterrichtet die Fächer Ästhetik, Modesoziologie und Körperkultur & Zeitgeist an der Universität Hamburg  sowie Modetheorie an der AMD Berlin. In Kooperation mit dem Berliner Archiv der Jugendkulturen gab Diana Weis 2012 den Band “Cool Aussehen. Mode & Jugendkulturen” heraus, in dem sich verschiedenen Autoren mit den Stil-Codes jugendlicher Subkulturen und deren Einfluss auf den modischen Mainstream befassen.

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Foto: Diana Weis

Um schon mal einen Ausblick auf das Thema ihres Impulsvortrages zu geben, hat Diana Weis folgenden Text geschickt:

Jugendkulturen sind ästhetische Phänomene. Sie haben die explosive Wirkungsmacht der Mode intuitiv erfasst und für sich nutzbar gemacht. Die Mode des Mainstreams ist fester Bezugspunkt jugendkultureller Styles, die nicht selten als deren Antithese oder Zerrbild fungieren, wobei intuitiv radikale ästhetische Praktiken wie Dada und Surrealismus zum Einsatz kommen. Auf der anderen Seite zehrt die Mode-Industrie von der innovativen Kraft der Jugendkulturen. Kaum ein Designer zwischen Mailand und New York, dessen Entwürfe ohne ein Zitat „von der Straße“ auskommen. So werden vormals marginalisierte Jugendliche zu Trendsettern stilisiert, von deren Glaubwürdigkeit und bedingungsloser Wildheit man sich gerne etwas ausborgt. Längst sind die globalisierten Produktionswege so effektiv, dass jede noch so obskure Errungenschaft der Jugendmode bereits binnen weniger Wochen als wohlfeile Massenware erhältlich ist. Die Tendenz zur Ausdifferenzierung in verschiedene Style Tribes, welche sich durch die Her- und Zurichtung des Körpers optisch auf den ersten Blick als „Interessengemeinschaft“ zu erkennen geben, fand über die Jugendkulturen Eingang in die Gesamtbevölkerung und lässt sich mittlerweile in fast allen Alters- und Einkommensgruppen beobachten. Die grundsätzliche Verhandelbarkeit von Identität ist in allen Jugendkulturen angelegt und trägt zu deren Anziehungskraft bei.

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Impulsvortrag Wiebke Jessen: Jugendmode und Milieu

Heute beginnen wir mit der Vorstellung der Referentinnen und Referenten, die auf unserer Tagung Impulsvorträge halten werden. Wir freuen uns sehr über die Zusage von Wiebke Jessen, die am 26.11. über Jugendmode und Milieu sprechen wird. Die studierte Betriebswirtin ist seit 1995 in der Markforschung tätig und war an der Sinusstudie u18 beteiligt, die vom SINUS-Institut Heidelberg erstellt wurde. Weiterlesen

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