Projekt Dresscode

Ein Blog ist eine wunderbare Möglichkeit, eigene Projekte zu dokumentieren. Eine Plattform, die man selbst gestalten kann. Hier können eine Menge an Projektideen ihren Ausdruck finden und es wird ein persönlicher Blick geschult. Dies anzuleiten, war Idee eines besonderen Workshops mit den Studierenden der Abendrealschule. Zum Thema “Dresscode” wurden verschiedene Umsetzungsideen gesammelt, die ihren Ausgangspunkt in Objekten der Kölner Museen finden sollten. Ein spezieller “Museumsdresscode” also.

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Die Teilnehmer an dem Projekt “Dresscode” haben sich für drei Themenkomplexe entschieden, die sie gerne bearbeiten wollten. In einem kreativen Brainstorming wurden zunächst verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten für die Erstellung möglicher Blog-Inhalte erarbeitet. Fotoshootings und ein besonderer Film sollten eigene Statements zu den Inhalten erstellen. Der Blog “Museumsfashion” wurde schnell aufgesetzt und im Verlaufe des Projektes sukzessive mit Postings zu den Themen gefüllt.

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Ein Besuch im Wallraf-Richartz-Museum wurde in einem besonderen Foto-Shooting festgehalten. Museumsfashion – was tragt ihr heute und warum – brachte eine weitere Variante zum Thema Dresscode. Für die meisten Studierenden gehörte der Museumsbesuch nicht zur eigenen Lebenswelt. Mit dem Nachdenken über die Kleidung am Tag des Museumsbesuches wurde dies noch einmal aus einer anderen Perspektive bedacht.

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Selfie im Rautentstrauch-Joest-Museum

Für die Recherche zum Thema “Tattoo” lieferte die Sammlung des Rautenstrauch-Joest-Museums eine Menge Anregungen. Die Teilnehmer zeigten sich fasziniert von den Schilderungen Wilhelm Joests, der darüber berichtete, wie er sich Anfang des 20. Jahrhunderts in der Südsee tätowieren ließ. Im Blog wurden dann Fotos von heutigen Tätowierungen gepostet und es entstand ein Film mit Interviews von Menschen aus der Tattoo-Szene. Hier entstand eine interessante Mischung aus Themen der Lebenswelt junger Menschen – Tattoos war das zentrale Thema bei den Diskussionen um Dresscodes und Gruppenzugehörigkeiten – und Anregungen durch die Sammlungsobjekte des Museums.

Eine Gruppe hatte sich vorgenommen, die Dresscodes verschiedener Kulturen zu untersuchen. Kulturen, denen sie selbst entstammen. Und hier wurden private Fotos von Familie und Freunden im Blog gepostet. Vor allem die Präsentation türkischer Hochzeitsgewänder im Museum lieferte Anregungen für die Beschäftigung mit Festtagsgewändern der eigenen Herkunftskultur. Es gab zudem Einblicke in die Kleidercodes der Roma oder Hinweise auf den speziellen Dresscode der argentinischen Gauchos.

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In dem Projekt “Dresscode” ging es vor allem darum, den Transfer von Museumsthemen in die Lebenswelt junger Menschen anzuleiten. Durch das Angebot, einen eigenen Blog zu gestalten, gab es auch eine Beschäftigung mit Inhalten, zu denen auf den ersten Blick der Zugang schwer schien. Doch die Übertragung einer mittelalterlichen Heiligenfigur aus einem Altar-Bild in die heutige Zeit lieferte niederschwellige Anregungen sich mit dem Vorbild auseinanderzusetzen.

Eine Ermutigung zum eigenen Ausdruck konnte über den Umgang mit dem digitalen Format eines Weblogs trainiert werden. Der krönende Abschluss war dann die Präsentation des Projektes auf der Bühne als Intermezzo während der Tagung. Die neue Form der Gestaltung eigener Beiträge auf Blogs ist sicher noch ausbaufähig, sollte aber hinsichtlich der in Zukunft immer stärker geforderten Medienkompetenz ratsam. Das Projekt lief im Rahmen des von der PWC Stiftung geförderten Trainee-Programmes.

 

 

 

 

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Textiles und Textliches

Die Möglichkeit, sich aktiv mit dem Thema “Mode”, “Kleidung” oder “Textil” auseinanderzusetzen, war groß unter den Teilnehmern der Tagung. Die angebotenen Aktionen wurden mehr als gut angenommen und so fand sich auch eine hochmotivierte Gruppe zu einer Schreibwerkstatt zusammen, die von Susanne Kieselstein angeleitet wurde. In der äußerst passenden Location der Museumsbibliothek im Rautenstrauch-Joest-Museum wurden Texte nach unterschiedlichen Schreibrezepten angefertigt, die Susanne Kieselstein professionell anleitete.

Es zeigte sich, dass diese reflektierende Perspektive das bisher auf der Tagung aufgenommene Wissen sehr bereicherte. So konnte man die Fülle der Eindrücke sortieren, noch einmal persönliche Gedanken und Assoziationen hervorholen und in die Texte einfließen lassen.

Wir haben hier die Ergebnisse in einer Zusammenfassung als Ergebnis des Workshops zum Download eingestellt.

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Structures of the World – Finale

Von Walter Bruno Brix

Das Projekt “structure of the world” geht gut voran. Am Mittwoch habe ich die Damen besucht und es herrschte gute Stimmung, alle waren fleißig. Da wurde an mit verschiedenen Techniken und unterschiedlichen Materialien gearbeitet. Ein Puppe, die ein stilisiertes Selbstportrait wird, bekommt ein Mütze.Sie hat echte Haare und einen Pony. Aus dem Metall von Getränkedosen wird ein Stein genäht. Aus gefärbten Filz entsteht ein Bund Spargel. Ein Globus aus Pappe wird mit Blüten, Federn und Schmetterlingen verziert. Aus schwarzem Stoff entsteht eine Schere, aus Schnittmusterbögen ein Schiff. Ein modellierter Schädel wird mit Gaze überzogen. Eine Schädelmaske entsteht aus weißem Filz, aus schwarzem ein eleganter Hut. Auf der Nähmaschnie wird ein Flügel genäht und eine durchswichtige Laterne. Blumenstoff werden zu einem Vogelnest mit Eiern. Blätter, Zweige und Satin bilden eine Schaukel. Aus schwarzem Plastik wird ein Stößel (für einen Mörser) genäht.


Bei der Präsentation wird man sehen können, welche Gemälde aus der Sammlung des Museums Wallraf-Richartz/Foundation Corboud die Inspiration waren. Sehr spannend zu sehen, was auf Gemälden alles zu entdecken ist. Ebenso, wie die Entscheidung, was davon man dann ausführt. Die entstehenden Objekte sind keine eins zu eins Kopien der Dinge auf den Bildern, sie stehen für eine Vorstellung, die man sich macht, wenn man das Gemälde betrachtet.

 

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Festtagskleidung – aus einem fernen Land

Von Karin Rottmann

Eine Gruppe junger Frauen mit afrikanischem Migrationshintergrund, die sich über die Caritas-Integrationsagentur gefunden haben, sind gerade dabei, ihren Beitrag zur Tagung vorzubereiten. Sie werden ein Intermezzo als Bühnenprogramm zwischen den Vortragsblöcken zeigen und typische Festtagskleidung aus ihren Herkunftskulturen vorstellen.

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Zur Einstimmung traf sich die Gruppe, die von Rosi Loos betreut wird, mit mir in der Ausstellung „Made in Oceania“, die im Rautenstrauch-Joest-Museum noch bis zum 27.4.2014 zu sehen sein wird. Dort kann man Tapa sehen, ein textiles Material aus Rindenbast, das mit Mustern und Ornamenten bemalt und typisch für den ozeanischen Kulturraum ist. Dort haben die Stoffe ganz unterschiedliche Funktionen im Bereich des Wohnens und der Bekleidung. Ein Beispiel eines Rindenbaststoffes aus Papua (dort nennt man die Rindenbaststoffe maro) hat uns sehr beeindruckt. Neben dem Textil mit sehr schönem Doppelspiralmotiv, das heute dem Museum der Kulturen in Basel gehört, ist ein Foto zu sehen, das Paul Wirz 1926 aufgenommen hat. Man sieht die maro als Schmuck der Grabstätte. Die Trägerin des Gewandes hatte es zur Hochzeit geschenkt bekommen und, wie üblich in dieser Kultur, ihr Leben lang begleitet. „Das ist eine schöne Idee!“ „Das ist dann sehr persönlich!“ und „Das berührt mich!“ äußerten die Teilnehmerinnen.

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Ganz begeistert waren die jungen Frauen von der modernen Tapa-Mode, die in der Ausstellung auch zu sehen ist. Die heute in London lebende Designerin Rosanna Raymond hat samoanische Wurzeln und wurde in Neuseeland geboren. Sie greift in ihrer „RePATCHtration – Customised Levi’s“ westliche Modeelemente auf und kombiniert sie mit einem pazifischen Look. Darin sieht sie einen Ausdruck kultureller Identität, der Tradition und Moderne verbindet. Die Projektgruppe fand diesen Denkansatz sehr interessant und hat sich von Rosanna Raymond anregen lassen. Den Museumsbesuch ließen  wir in einer Werkstatt des Museums mit der Arbeit an Modeskizzen ausklingen.

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In den Wochen bis zur Tagung werden sich die Damen mit der Präsentation ihrer Festtagskleidung beschäftigen. Wir können gespannt sein, mit welchen Kreationen sie die Tagungsgäste überraschen werden.

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Schleiergeschichten

Verhüllen und Enthüllen. Die Impulse, die von den großformatigen Fotoarbeiten der Künstlerin Sarah Westphal ausgehen, akzentuieren die Kunstwerke der Mittelalter-Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums auf besondere Art und Weise. Nicht nur die Nahaufnahme von Stoffen und Faltungen hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Auch das subtile Spiel zwischen Abdecken und Sichtbarmachen ist faszinierend. Die auf den Fotos als Stillleben inszenierten Objekte regen die Sinne an.

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Karin Rottmann war mit einer Gruppe Frauen des muslimischen Bildungswerkes in der Ausstellung unterwegs. Für die Teilnehmerinnen war es eine spannende Erfahrung, sich mit dem Thema “Schleier” intensiver auseinanderzusetzen. Und so entstanden eine ganze Reihe persönlicher Texte dazu. Das Parallelgedicht “Avenidas”, welches der großartige Dichter Eugen Gomringer verfasst hat, wurde im kreativen Schreibprozess zu einer Blaupause, die jede der Frauen mit ihren eigenen Erfahrungen zum Thema “Verhüllen” anfüllen konnte.

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Braut und Schleier
Schleier
Schleier und Schönheit

Braut
Braut und Schönheit
Braut und Schleier und Schönheit und
ein Bräutigam

in Türkisch:

gelin
gelin ve duvak
duvak
duvak ve güzellik

gelin
gelin ve güzellik
gelin ve duvak ve güzellik ve
bir damat

Auch ein berührendes Elfchen-Gedicht entstand bei dem Besuch der Mittelalter-Abteilung:

Tod
kalt Sarg
unter der Erde
es wird nicht bleiben
Sonne

Zum Abschluss kam das Museumsgraffiti wieder zum Einsatz – hier als interessante Variante zu den bekannten Feedbackmethoden. Ein Wort für die Erfahrungen, die die Teilnehmerinnen während des gemeinsamen Besuchs im Museum gemacht hatten, sollte mittels textiler Schnüre auf den Boden gelegt werden. Da verdichten sich die Gedanken, die beim Betrachten der Bilder angeregt wurden zu einer einzigen pointierten Aussage – in deutsch und in arabisch.

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Schnabelschuhballett

Das Video zeigt einen mittelalterlichen Schreittanz, der mit dem Choreographen Rick Kam eingeübt wurde. Das Berufskolleg Humboldstraße hat phantasievolle Hörnerhauben gestaltet, Surkots genäht und die Schnabelschuhe entworfen. Das von Karin Rottmann initiierte Projekt wurde von Dennis Hartmann und der Movie Crew Cologne dokumentiert. Das Schnabelschuh-Ballett wird auch den Auftakt zur Tagung bilden. Hier also schon mal ein kleiner Vorgeschmack!


Mit Hörnerhaube und Schnabelschuh – MyVideo

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Structures of the World – Update

Von Walter B. Brix

Das Projekt des Humbold Berufskollegs schreitet voran.

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Drei Schädel sind im Entstehen, einer aus Filz, einer aus Seidenorganza und einer aus Modeliermasse. Auf den Fotos hier sieht man den aus Filz, der an eine Maske erinnert und als solche getragen werden kann. Eine erstaunliche Verwandlung. Mich erinnert es an die silberne Maske eines bestimmten deutschen Rappers. Allerdings hat der weiße Filz eine ganz andere Anmutung, das Material ist weich und schmiegsam, deutlich man sieht die Nähte.

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Ein Globus wird aus Pappe genäht, der später mit den Ländern der Welt ausgestattet werden soll. Aus welchem Material ist noch die Frage. Im Raum stehen applizierter Stoff, aufgeklebte Gewürze aus den Ländern und andere Ideen. Eine Schaukel aus Ästen und Blättern, nach dem Bild einer Schaukel im Wald. Also hier wird der Wald zur Schaukel. Das Modell eines Hutes, ebenfalls aus Filz, allerdings aus braunem. Hier nimmt die Krempe gerade Form an.

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Auf einem Bild sieht man eine Laterne von oben in einen Raum hängen. Ein Model der Laterne aus Papier gibt es schon. Nun wird aus verschiedenen Stoffen eine größere Laterne genäht.

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Der Schädel aus Modelliermasse ist noch klein, es ist der erste Versuch, der aber schon ganz ordentlich ist. Vieles was entsteht, führt auf einen Weg und zu neuen Erkenntnissen. Die Vorzeichnung ist schon sehr gelungen.
Die Herzen werden von einem Stab hängen und verschiedene Charaktere darstellen. Dazu sind sie aus unterschiedlichen Stoffen gearbeitet und mit Knöpfen, Pailletten, Spitze und Ähnlichem verziert.

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Besonders witzig ist die Schere aus Stoff. Sie ist sehr aufwendig, weil sie in Original-Größe gearbeitet wird, also winzige Naht-Teile enthält und ein sehr genaues Arbeiten erfordert. Für die Griffe gibt es eine erstaunliche Lösung.

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Das Boot soll überzogen und mit einem Segel aus Landkarten ausgestattet werden. Also das Reisen direkt als Teil des Boots.

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Structures of the World

Das Künstlerprojekt mit Walter Bruno Brix hat die nächste Phase der Umsetzung erreicht. Nach mehreren Treffen im Atelier des Künstlers und im Wallraf-Richartz-Museum ist die inhaltliche Ausrichtung nun klar. Unter dem Projekttitel “Structures of the World” werden ganz spezielle textile Objekte entstehen.

Walter Bruno Brix hat den Ansatz, der hinter diesem Projekt steht, wie folgt beschrieben:

In dem Projekt geht es einerseits um die Auseinandersetzung damit, was wähle ich aus, welcher Gegenstand bedeutet etwas für mich. Also eine bewusste Wahrnehmung meines Selbst und seiner Positionierung in der Gesellschaft. Da die Teilnehmerinnen den Gegenstand später präsentieren sollen, ist auch die Auswahl des Gegenstandes ein wichtiger Punkt und wird besprochen.

Das Projekt dreht sich um eine individuelle Auswahl von Objekten, mit denen sich junge Frauen präsentieren. Objekte, die sie ausgewählt haben, sich selbst zu repräsentieren. Objekte, die aus Gemälden in einem Museum stammen, also Dinge, die schon mehr als eine Lage der Bedeutung besitzen. Diese Schichten von Bedeutung sind ein wichtiges Mittel in unserer Gesellschaft, um uns gegeneinander abzugrenzen, aber auch um Gemeinschaft zu bilden. Wir tun dies, in dem wir einerseits das Wissen um die Schichten mit anderen teilen, oder diesen die Informationen vorenthalten. Kleidung ist ein Code, mit dem wir nichtsprachlich miteinander kommunizieren. Die Komplexität dieses Codes auf einer anderen Ebene und mit anderen, nämlich künstlerischen Mitteln sichtbar zu machen, ist Ziel dieses Projekts. 

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Der ausgewählte Gegenstand soll möglichst naturgetreu oder auf ungewöhnliche Weise stilisiert in dreidimensionaler Form erstellt werden. Und zwar mit dem Möglichkeiten der Schneiderei. Dazu gehört als erstes die Ingenieursleistung einen Schnitt zu erstellen, also die entsprechend geformten Teile, aus denen der Gegenstand zusammen genäht werden kann. Dies erfordert ein gutes Vorstellungsvermögen, aber auch das Wissen darum, wie eine dreidimensionale Form zerlegt werden muss, um möglichst sie überzeugend wiederzugeben. Die Auswahl der verwendeten Materialien ist einerseits von persönlichen Vorlieben, aber auch von dem ausgewählten Objekt abhängig. Einerseits kann möglichst nahe an der realen Vorlage gearbeitet werden, aber auch Verfremdungseffekte sind ein interessante Möglichkeit, das Objekt mit einem Ausdruck zu versehen. Für die geplante Präsentation hier noch ein Vorschlag: Jede der Teilnehmerinnen hält den von ihr erstellten Gegenstand und zeigt ihn vor einem Fotos/Lichtbild des Gemäldes, aus dem der Gegenstand stammt. Vielleicht ist es sinnvoll, wenn die Teilnehmerinnen dabei möglichst einfarbig gekleidet sind, um den Kontrast zu erhöhen und die Wahrnehmung des erstellten Gegenstandes zu erleichtern.

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Nun hat die Phase der Umsetzung begonnen. Die Schülerinnen haben begonnen, zu den ausgewählten Objekten zu zeichnen und auch schon erste Modelle gebaut. Karin Rottmann war ganz begeistert, als sie gesehen hat, welche Fortschritte das Projekt macht. Ein Motiv hat ihr besonders gut gefallen: das Boot aus dem Gemälde von Gustav Caillebotte. Wir dürfen gespannt sein, welche Wirkung die fertigen textilen Objekte dann haben.

 

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Kölsche Tapa und aufregende Schmuckkreationen im Programmbereich „offene Ganztagsschulen“

Karin Rottmann

Dank der Förderung durch die Sal. Oppenheim-Stiftung kann der Museumsdienst kostenfreie Ferienprogramme für offene Ganztagsschulen anbieten. Über das geförderte Programm sollen vor allen Dingen Kinder angesprochen werden, die wenige Möglichkeiten haben, Museen kennenzulernen. Deshalb hat sich der Museumsdienst Köln an das Schulamt gewendet, um das Kontingent von Workshops adäquat verteilen zu können. Um das Programm bekannt zu machen, fand zunächst in den Seminarräumen des  Schulamtes eine erste Fortbildungsveranstaltung zum Programm statt. Natürlich stehen das Jahresthema “Museum Textil” und die Tagung für die angebotenen Konzepte Pate.

„Kölsche Tapa“ ist eines der Programme, die die eingeladenen Pädagoginnen im Schulamt kennenlernten. Das Thema bezieht sich auf die im Rautenstrauch-Joest-Museum Kulturen der Welt vom 12.10.13 – 27.04.14 gezeigten Ausstellung: “Made in Oceania –  Tapa-Kunst und Lebenswelten“. Ausgangsidee zum Ferienworkshop sind die abstrahierten, manchmal aus der Natur entlehnten Muster auf den aus Baumrinde hergestellten Stoffen aus Oceanien. Man kann dort zum Beispiel Vogelmotive entdecken, Wellenmuster, Fische, aber auch geometrische Elemente und interessante Ordnungssysteme, wie Reihungen, Parallelen und  Symmetrie. Die Musterwelt der Südsee  als Idee eines Zeichensystems soll nun auf eine Kölner Situation übertragen werden: es sollen „kölsche Tapa“ entstehen.

Wir suchten zunächst bekannte Motive aus Köln, die Domspitzen, die Kranhäuser vom Rheinauhafen, die Wellen des Rheins, die Brücken, die Stadtsilhouette, der Fußball, die Tränen der Jungfrauen aus dem Stadtwappen, die Narrenkappe, die Heinzelmännchen, die Kronen der Heiligen 3 Könige…. Die Ideen waren dann schnell als Musterrapport auf Papier gesetzt und es gab direkt Interessenten für die Buchung!!! Ein Feedback gab es bereits. Die Kinder aus bestimmten Stadtteilen kennen ihren Heimatort gar nicht, so seien viele noch nie im Kölner Dom gewesen und würden all die vielen „Kölnmotive“ gar nicht kennen. Wir werden nicht so streng sein, denn es ist natürlich auch möglich, ein ganz persönliches „Tapa-Muster“ zum eigenen Lebensraum, z.B. der Schule  zu entwickeln.

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„Aufregende Schmuckkreationen“ heißt ein 2. Programm, das der Museumsdienst Köln für das oGTS-Herbstferienprogramm im Angebot hat.  Die Ausstellung „Boys get skulls, girls get butterflies“ die vom 21.September bis 15.Dezember 2013 im Museum für Angewandte Kunst gezeigt wird,  geht der Frage nach der Objektsprache von Schmuck nach. Spektakuläre Stücke des international renommierten Goldschmiedekünstlers Georg Hornemann werden mit Schmuckkunst aus der eigenen Sammlung konfrontiert. In den Workshops entwerfen die Kinder mit den dazu zur Verfügung gestellten Materialien, wie Aluminiumfolie, Draht, Holzringen und vielen verschiedenen Dekorationselementen eigene Schmuckobjekte. Da die Fortbildung nur von Pädagoginnen besucht wurde, war es nicht verwunderlich, dass das Angebot bereits noch am selben Tag der Fortbildung ausgebucht war.

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Magie der Stoffe

Ein Bericht von Karin Rottmann

Ein halbes Jahr lang haben sich die Kunst-AG der Pestalozzi-Förderschule mit unserer Mitarbeiterin Cristine Schell im Rautenstrauch-Joest-Museum mit textilen Techniken beschäftigt. Bei ihren Experimenten mit Batik
und Stoffmalerei erlebten die Schülerinnen und Schüler so manche Überraschung. Im Kontext der im Museum ausgestellten Objekte lernten die Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren viel über die Bedeutung und Hintergründe der Textilien. Beispielsweise waren einige Muster und Ornamente nur für Könige oder bestimmte Anlässe vorgesehen, und die Menschen glauben zum Teil heute noch daran, dass die besonderen Zeichen und Symbole „magische“ Bedeutung haben.

Die Schülergruppe machte mit den eigenen Versuchen die Erfahrung, dass durch die vielen zeitaufwendigen Verfahren für die Dekoration der Stoffe eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck kommt. In den Workshops versahen sie Geschenkkarten, T-Shirts und Tücher in Reservierungs- und Abbindetechnik mit Dekors. Für die Präsentation richteten die Schülerinnen und Schüler wie die Museumsprofis eine Vitrine ein.

Die Schulpartnerschaft der Pestalozzi-Förderschule mit dem Museumsdienst Köln besteht schon seit mehr als 15 Jahren. Die Workshops sollen die Schülerinnen und Schüler mit den Museen vertraut machen und sie befähigen, sich aktiv mit ihren Arbeitsergebnissen am kulturellen Leben zu beteiligen. Die PWC Stiftung Jugend Bildung Kultur hat das Projekt finanziert. Die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule werden ihr Projekt auch bei der Tagung  vorstellen.

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